Nichts betrifft uns alle mehr, als die Urfrage des Menschen nach seinem Woher und Wohin, nach dem Sinn des Lebens. Jeder Mensch muss sie sich stellen, soll sein Leben ein wirklich menschliches sein.
Ist darauf keine Antwort zu finden? Woher kann Antwort kommen? Woher sollen Maßstäbe genommen werden, um vorgeschlagene Antworten zu prüfen? Wie soll unterschieden werden, ob eine Antwort hilft, das eigene Leben und das der Gemeinschaft richtig zu orientieren? Anders gesagt: Woher sollen wir etwa die Kriterien nehmen, uns in der heiß debattierten Frage der Gewinnung von embryonalen Stammzellen (= Embryonen verbrauchende Forschung) einen ethisch verantwortbaren Standpunkt zu gewinnen?
Die Schlüsselfrage, an der die Antwort hängt, war im Grunde das Thema des vergangenen Jahres: Ist die Welt, in der wir leben, ist unser Leben in dieser Welt Sinn-voll? Sinnvoll ist nur, was ein Ziel hat. Ohne Vernunft keine Orientierung, kein Plan, kein "design".
Kardinal Ratzinger sagte in dem Interview-Buch "Gott und die Welt" (Freiburg/Br. 2000, S. 119): "Das christliche Bild der Welt ist, dass die Welt in einem sehr komplizierten Evolutionsprozess entstanden ist, dass sie aber im tiefsten eben doch aus dem Logos kommt. Sie trägt insofern Vernunft in sich."