Suppen schmecken gut, wärmen uns so herrlich von innen und sind leicht verdaulich.
Suppen schmecken gut, wärmen uns so herrlich von innen und sind leicht verdaulich.
Eine warme Suppe tut Körper und Seele gut - nicht nur in der Fastenzeit. Aber warum ist das so? Der Theologe und Fachmann für traditionelle europäische Medizin Karl-Heinz Steinmetz im Gespräch.
Suppen gehören seit Jahrhunderten weltweit zum absoluten „Wohlfühl- essen“. „Kein Wunder“, sagt dazu Karl-Heinz Steinmetz, Theologe und Experte für traditionelle europäische Medizin: „Ein gekochtes, warmes Gericht wie eine Suppe ist für unseren Körper besonders leicht zu verdauen“, sagt dazu. Im Grunde sei das Verdauen ja nicht mehr und nicht weniger als Körperfremdes in Körpereigenes umzuwandeln. „Unsere Kochkunst ist dabei schon eine Art der Vorverdauung“, sagt Karl-Heinz Steinmetz: „Sie bereitet Lebensmittel so vor, dass uns dieses Umwandeln von Körperfremden in Körpereigenes leichter fällt, der Organismus wird weniger belastet. Rohkost ist da etwa wesentlich schwerer verdaulich.“
Auch etwa in den Regeln des Hl. Benedikt ist von der Wichtigkeit gekochter Speisen zu lesen: "Kapitel 39: Das Maß der Speise: Nach unserer Meinung dürften für die tägliche Hauptmahlzeit, ob zur sechsten oder neunten Stunde, für jeden Tisch mit Rücksicht auf die Schwäche einzelner zwei gekochte Speisen genügen. Wer etwa von der einen Speise nicht essen kann, dem bleibt zur Stärkung die andere."
Suppen haben weltweit auch als Fastenspeisen eine große Tradition. Kein Wunder: Mit den richtigen Zutaten werden daraus gute Vitamin- und Mineralstofflieferanten, die auch noch satt machen. Hinzu kommt, dass uns eine Suppe auch von innen wärmt. „Wer fastet, dem ist meistens kalt – da ist eine Suppe als Gericht wirklich ideal“, sagt Karl-Heinz Steinmetz.
Und was macht eine Fastensuppe nun aus? „Nun, da ist immer die Frage, was will man mit dem Fasten erreichen?“, sagt Karl-Heinz Steinmetz: "Soll es rein einen medizinischen Aspekt haben? Geht es auch um eine spirituelle Dimension?" Außerdem gebe es ja verschiedene Formen des Fastens. Beim Vollfasten nehme man für eine gewisse Zeit gar keine Speisen zu sich, trinke ausschließlich. Bei den weicheren Formen des Fastens, "die man dann bei entsprechender körperlicher Konstitution auch länger durchhalten kann", wie Karl-Heinz Steinmetz sagt, verzichtet man nicht völlig auf Nahrung, isst zum Beispiel und unter anderem Suppen.
Gerade in früheren Zeiten seien viele – vorwiegend einfache – Suppen in der Fastenzeit auf dem Speiseplan gestanden. Was die regionale Küche hergab, wurde in den Topf gepackt und gut gekocht. Geschmack und Raffinesse brachten da und dort Gewürze in die Suppen „Ingwer, Pfeffer, Safran – der übrigens auch in unseren Breiten angebaut werden kann – Galgant und Koriander sind schon vor 1200 Jahren sozusagen ,eingebürgert‘ worden“, sagt dazu Karl-Heinz Steinmetz.
„Wem es aber nicht nur um Nahrungsverzicht oder Entschlackung geht, sondern wer auch etwas für die Schöpfung tun möchte, wird mit einer Suppe, die aus exotischen Zutaten zusammengestellt ist, wohl nicht so gut beraten sein.“
Übertreiben soll man es aber auch mit den prinzipiell gesunden Suppen nicht. „Fasten strengt den Körper enorm an“, sagt Karl-Heinz Steinmetz: „Fasten ist keine normale Kost, kein ,Alltag‘, ist eine Intervention.“ Beschwerden, die beim Fasten auftreten können, können von Kreislaufproblemen bis hin zu Depressionen reichen. „Eine medizinische fundierte Begleitung ist deshalb wirklich wichtig“, betont Karl-Heinz Steinmetz. Schließlich gebe es auch durchaus Menschen, bei denen ein strenges Fasten medizinisch nicht zu empfehlen ist. „Bei chronisch Kranken, bei Krebserkrankungen, bei bestimmten Autoimmunerkrankungen ist das Risiko, dass das Fasten sich negativ auswirkt größer als der Nutzen“, betont Karl-Heinz Steinmetz.
Wer also intensiv fasten möchte, vielleicht sogar für eine gewisse Zeit von fester auf flüssige Kost umsteigen will oder auf Nahrung verzichten will, dem rät Karl-Heinz Steinmetz dringend mit dem Hausarzt Rücksprache zu halten oder auf ein medizinisch gut durchdachtes Fastenangebot etwa in einem Kloster zurückzugreifen. Gerade in Österreich finde man da eine breite Auswahl. „Nach einem Gespräch mit einem Arzt, kann dann entschieden werden, ob Fasten und welcher Form Fasten sinnvoll oder eben nicht sinnvoll ist.“
Wer sich aber mit einer Suppe etwas Gutes tun möchte, kann jeden Tag in den sonst abwechslungsreichen Speiseplan auch eine Suppe einbauen. Abends etwa. „Die gekochte Speise ist eben wie eingangs erwähnt, eine Form der Entlastung für den Körper“, sagt Karl-Heinz Steinmetz. Und tut damit ganz bestimmt auch der Seele gut.
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