Unter den Klängen des Schlussliedes „Großer Gott, wir loben dich“ wurden das Kruzifix und eine Marienikone aus der Kirche getragen. Anschließend zog die Gemeinde gemeinsam aus der Kirche aus.
Unter den Klängen des Schlussliedes „Großer Gott, wir loben dich“ wurden das Kruzifix und eine Marienikone aus der Kirche getragen. Anschließend zog die Gemeinde gemeinsam aus der Kirche aus.
Die Kirche im 10. Bezirk in Wien wird an eine Privatperson verkauft. Am Wochenende feierte die Gemeinde ihren Umzug in die nahe gelegene Kirche „Königin des Friedens“.
Die Gemeinde der Kirche „Dreimal Wunderbare Muttergottes“ in der Buchengasse wird künftig ihre Gottesdienste in der 700 Meter entfernten Kirche „Königin des Friedens“ in der Quellenstraße feiern. Beide Kirchen gehören zur Pfarre „Göttliche Barmherzigkeit“ im 10. Wiener Gemeindebezirk. Grund für den Umzug ist der Verkauf der Kirche „Dreimal Wunderbare Muttergottes“ sowie des angrenzenden Pfarrhauses an eine Privatperson. Das Pfarrhaus wird künftig für Wohn- und Bürozwecke genutzt, die denkmalgeschützte Kirche als Atelier.
Am vergangenen Samstag nahm die Gemeinde gemeinsam mit Bischofsvikar Dariusz Schutzki in einem festlichen Gottesdienst Abschied von der Kirche. In seiner Predigt ging Schutzki auf die Übergänge im Leben ein. Der Abschied vom Kirchenbau und der Umzug in die Kirche „Königin des Friedens“ sei solch ein Übergang. „Jetzt beginnt etwas Neues, möglicherweise Unbekanntes. Es bricht eine neue Zeit an mit neuen Aufgaben, Umständen und Herausforderungen“, so Schutzki.
Aber auch heute lade Jesus die Menschen dazu ein, mit ihm auf den Weg des Pascha, des Übergangs, zu gehen (pascha = (Vor-)Übergang). „Der Herr sagt: Ich bin immer bei euch. Und ich gehe euch voraus.“ Schutzki lud die Gemeinde ein, den Umzug in die Pfarrkirche im Glauben an den auferstandenen Christus zu gestalten, denn „Jesus schenkt uns neues Leben“.
Am Ende des Gottesdienstes übertrug ein Gemeindemitglied das Allerheiligste aus dem Tabernakel in die Pfarrkirche, unter den Klängen des Schlussliedes „Großer Gott, wir loben dich“ wurden das Kruzifix und eine Marienikone aus der Kirche getragen. Anschließend zog die Gemeinde gemeinsam aus der Kirche aus.
Am darauffolgenden Sonntag zog sie in einem festlichen Gottesdienst in die Kirche „Königin des Friedens“ ein und stellte das Kruzifix sowie die Marienikone in der Kirche auf. Das Gemeindeleben findet künftig in den Pfarrräumen neben der Kirche statt.
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Gemeindemitglieder wie Peter Lunda – er gestaltet seit über 70 Jahren das kirchliche Leben in der Buchengasse mit – erinnerten sich in Ansprachen an die vielfältigen Aktivitäten und Glaubenserfahrungen in der „Dreimal Wunderbaren Muttergottes“ und riefen dazu auf, das Pfarrleben am neuen Standort fortzusetzen.
Pfarrer P. Artur Stepien SAC sprach den Abschiedsschmerz an: „Diese Entscheidung fiel uns allen sehr schwer, denn dieses Gotteshaus ist für uns ein Ort der Gemeinschaft, des Trostes und der spirituellen Einkehr geworden.“ Auch er ermutigte, das Pfarrleben am neuen Standort fortzusetzen: „Morgen eröffnen wir ein neues Kapitel unserer Pfarrgeschichte. Wir ziehen gemeinsam in unsere Pfarrkirche Königin des Friedens, wo wir unsere Arbeit fortsetzen werden. Gemeinsam sind wir stark. Pflegen wir die Gemeinschaft weiter!“
Dem Verkauf vorausgegangen war ein mehr als zehnjähriger Prozess, in dem intensiv über die Sanierung des Pfarrhauses und alternative Nutzungskonzepte für die Räumlichkeiten diskutiert wurde. „In den letzten 10 Jahren hat sich die Zahl der Gläubigen in unserem Pfarrgebiet drastisch verringert. Das dadurch zur Verfügung stehende geringere Budget muss von uns sorgsam eingesetzt werden, um unsere Aufgaben als Pfarre auch weiterhin erfüllen zu können“, so das Leitungsteam der Pfarre rund um Pfarrer P. Artur Stepien in einer gemeinsamen Erklärung.
Die Kosten für die Renovierung und Erhaltung des Pfarrhauses und der Kirche seien für das Pfarrbudget zu hoch. Weder Bauträger noch andere christliche Gemeinschaften konnten für die Übernahme von Kirche und Pfarrhaus gewonnen werden. Im vergangenen Jahr sei ein Interessent an die Pfarre herangetreten, der das Pfarrhaus für Wohn- und Büroräume nutzen möchte. Der denkmalgeschützte Kirchenraum werde künftig als Atelier genutzt werden, so das Pfarrleitungsteam weiter in ihrer Erklärung.
Kirche "Dreimal Wunderbare Muttergottes" in Wien 10.
Die Kirche „Dreimal Wunderbare Muttergottes“ ist nicht das erste Kirchengebäude, das als Gotteshaus außer Dienst gestellt wird. Die Arsenalkirche, in der Gründerzeit gebaut, wurde 2022 profaniert und von einer privaten Investorengruppe übernommen. 2024 wurde die Augustinerkirche in Korneuburg profaniert und dient seitdem als Kultur- und Veranstaltungsraum in der neu entstandenen Wohn- Arbeits- und Begegnungszone.
Das Anliegen des emeritierten Wiener Erzbischofs Kardinal Christoph Schönborn war es, dass Kirchen nicht endgültig profaniert (außer Dienst gestellt) werden, sondern christliche Gotteshäuser bleiben. Dieser Grundsatz gilt nach wie vor. Nach Möglichkeit werden Kirchengebäude anderen christlichen Kirchen übergeben. So wurden in den vergangenen drei Jahrzehnten in der Erzdiözese Wien neun Kirchen an andere christliche Konfessionen abgegeben, darunter waren orthodoxe, koptische und orientalische Kirchen.
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