Eröffnungsfeier der St.-Lorenzo-Ruiz-Stiftung der Erzdiözese Wien mit Weihbischof Scharl und Generalvikar Krasa.
Die Erzdiözese Wien hat die Strukturen für die nicht-deutschprachigen Gemeinden neu geregelt. Bereits mit 1. Jänner 2025 hat Kardinal Christoph Schönborn die St. Lorenzo-Ruiz-Stiftung zur Betreuung dieser Gemeinden eingerichtet. Am Donnerstagabend fand nun die offizielle Eröffnungsfeier der Stiftung mit einem Abendlob in der Wiener Canisiuspfarre im Neunten Bezirk statt.
Die Stiftung übernimmt die Aufgaben des bisherigen Referats für Anderssprachige Gemeinden bzw. des Rektorats ARGE AAG. Neben der Arbeit mit den rund 30 anderssprachigen Gemeinden und ihren Seelsorgern ist die Stiftung für das zuvor in der ARGE AAG angesiedelte Studienprogramm für Priester aus Afrika, Asien und Lateinamerika sowie für das Thomaskolleg, das orthodoxe und orientalische Studierende unterstützt, zuständig.
Das Abendlob fand unter dem Vorsitz von Weihbischof Franz Scharl und Generalvikar Niokolaus Krasa statt und wurde von der spanischen, vietnamesischen, philippinischen und englisch-afrikanischen Gemeinde gestaltet.
In seiner Predigt betonte Krasa, dass die Vielfalt an Sprachen und kirchlichen Traditionen einen Reichtum darstelle, "auf den wir als Kirche stolz sein dürfen und den wir lebendig erhalten und pflegen sollen". Im Anschluss an einen liturgischen Tanz der vietnamesischen Gemeinde segnete Weihbischof Scharl eine Statue des Hl. Lorenzo Ruiz, die ein Geschenk des Bischofs von San Pablo (Philippinen) ist und als Namensgeber der Stiftung einen Ehrenplatz erhalten wird.
Zum Vorstand der Stiftung, die direkt dem Erzbischof von Wien untersteht, wurden Alexander Kraljic und Helga Widmann berufen, den Vorsitz des als Aufsichtsrat fungierenden Kuratoriums führt Weihbischof Scharl. Der Stiftung zugeordnet sind alle anderssprachigen Gemeinden des lateinischen Ritus, deren Seelsorger vom Erzbischof per Dekret für diesen Aufgabenbereich bestellt wurden bzw. werden.
Wie Alexander Kraljic gegenüber Kathpress erläuterte, sei es das Ziel der Stiftung, die Anliegen der anderssprachigen Gläubigen innerhalb der Erzdiözese wie auch in der Öffentlichkeit stärker zu vertreten und sie als Gemeinden sichtbarer zu machen. Daneben sollen sie beim Auf- und Ausbau ihres Gemeindelebens administrativ und pastoral unterstützt werden. Die Zahl der anderssprachigen Gläubigen macht in Wien nach Schätzungen mehr als ein Drittel der Katholiken aus. Genaue Zahlen gibt es laut Kraljic aber nicht.
Zum Patron der Stiftung wurde der philippinische Heilige Lorenzo Ruiz (gest. 1637) gewählt, der nach einer falschen Anschuldigung aus seiner Heimat flüchten musste und auf der Überfahrt nach Europa zusammen mit spanischen Missionaren und einheimischen Christen in Japan verhaftet, gefoltert und hingerichtet wurde. Er steht laut Kraljic somit einerseits für Mission und Weltkirche, andererseits aber auch für Verfolgung, Flucht und Martyrium. - Erfahrungen, die auch heute in vielen der Herkunftsländer der Gemeindemitglieder Realität sind.
Zur neuen Stiftung gehören die kroatische, polnische, ungarische, tschechische, slowakische, slowenische, albanische und italienische Gemeinde; weiters die englischsprachige, französischsprachige und spanischsprachige Gemeinde. Die Gemeinden aus Afrika, Asien und Lateinamerika umfassen die englischsprachige Afrikanische Gemeinde, französischsprachige Afrikanische Gemeinde, die Swahili-sprachige Afrikanische Gemeinde sowie die Akan-sprachige Afrikanische Gemeinde; ebenso die chinesische, japanische, koreanische, indonesische, vietnamesische und mehrere philippinische Gemeinden. Und weiters auch noch die Malayalam-sprachige, tamilische, bengalische, sri-lankische und persisch-afghanische Gemeinde sowie die einige spanischsprachige Lateinamerikanische Gemeinden und die Brasilianische Lateinamerikanische Gemeinde.
Datenschutzeinstellungen
Auf unserer Webseite werden Cookies verwendet für Social Media, Analyse, systemtechnische Notwendigkeiten und Sonstiges. Sie können Ihre Zustimmung später jederzeit ändern oder zurückziehen.